Mini-Warenkorb 
 
Hier finden Sie aktuelle Informationen 

Ziegenpeter

Mumps, Ziegenpeter, Parotitis epidemica, infektiöse Parotitis, Bauernwetzel, Wochentölpel
Definition
Mumps oder Parotitis epidemica ist eine sehr ansteckende, infektiöse Viruserkrankung der Speicheldrüsen, insbesondere der Ohrspeicheldrüsen. Im Volksmund ist Mumps auch als Ziegenpeter, Bauernwetzel oder Wochentölpel bekannt. Die Infektion tritt hauptsächlich bei Kindern bis zum 15. Lebensjahr auf.90 Prozent der Bevölkerung haben die Erkrankung dann durchgestanden und besitzen lebenslange Immunität.Die Infektion kann völlig unentdeckt und ohne Beschwerden ablaufen. In der Regel schwillt die Region der Ohrspeicheldrüse auf einer Seite merklich an; in etwa Dreiviertel der Fälle ist auch die andere Seite angeschwollen. Mumps kann Hörschäden hinterlassen. Eine relativ seltene, aber ernste Komplikation ist die Entzündung des Hodens(bei 25 % der Männer), die Unfruchtbarkeit zur Folge haben kann. In etwa 10% der Fälle kann eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) als Komplikation auftreten. Es besteht die Möglichkeit einer Schutzimpfung.
Ursachen
Verursacht wird Mumps durch das Mumpsvirus, welches zu den so genannten Paramyxoviren gehört. Die Verbreitung erfolgt durch Tröpfcheninfektion über den Speichel, sowie über Nasen- und Rachensekret (Husten, Niesen). Somit ist Mumps durch engen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Krankheit tritt während der kälteren Jahreszeit gehäuft auf. Drei Tage vor und vier bis fünf Tage nach Erkrankungsbeginn besteht die höchste Ansteckungsgefahr für andere Personen.
Symptome
Das Virus befällt zunächst die lokalen Lymphknoten und breitet sich danach im gesamten Organismus aus. Die Krankheit bricht etwa zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung aus. Es treten allgemeine Krankheitszeichen wie Kopf-, Hals- und Nackenschmerzen auf, eventuell auch leichtes Fieber. Bei den meisten Erkrankten macht sich eine einseitige, teigige Schwellung hinter dem Ohr bemerkbar, die innerhalb von vier bis fünf Tagen, bei Dreiviertel auch die andere Seite betreffend, entsteht. Die umgebende Schwellung führt zum Abstehen der Ohren und der Ohrläppchen. Sie geht im Regelfall nach einer Woche unter Fieber wieder zurück. Die Mündung des Speicheldrüsenganges ist gerötet und geschwollen. Das Drehen des Kopfes, Kauen und Schlucken sowie Öffnen des Mundes kann Schmerzen bereiten. Das Überstehen der Erkrankung hinterlässt eine wahrscheinlich lebenslange Immunität gegenüber Mumpsviren. Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.
Diagnostik
Der Arzt stellt die Diagnose zumeist anhand des Erscheinungsbildes des Patienten. Hatte das Kind zwei bis drei Wochen vor Beginn der Symptome Kontakt mit einem erkrankten Kind, lässt sich die Diagnose leicht bestätigen.
Im Blut lässt sich zumeist ein Anstieg der Amylase nachweisen. (Daher ist es wichtig eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse = Pankreatitis auszuschliessen )
In der frühen Krankheitsphase ist Virusnachweis aus Rachensekret, Blut und Urin möglich. Anhand biochemischer Untersuchungen fallen spezielle Antikörper gegen die Erreger auf.
Auswirkungen
Der Verlauf dieser meist harmlosen Krankheit kann durch Komplikationen ziemlich erschwert werden. Die Mumpsviren können in seltenen Fällen eine Hirnhautentzündung (Meningitis oder Meningoenzephalitis) verursachen. Auch eine Entzündung des Hörnerven kann auftreten, welches eine Hörschädigung hervorrufen kann. Bei Jungen können sich die Hoden entzünden (Orchitis), was eine Sterilität zur Folge haben kann. Bei Mädchen kommt es einigen Fällen zu einer Entzündung der Eierstöcke (Oophoritis). Auch die Entzündung anderer Drüsen kann vorkommen, z. B. der Bauchspeicheldrüse.
Therapie
Die Therapie erfolgt meist symptomatisch, ohne Medikamente, da man das Mumpsvirus mit Medikamenten nicht bekämpfen kann. Beispielsweise wird die Ohrspeicheldrüse zur Linderung der Beschwerden mit Ölverbänden behandelt. Es wird Bettruhe empfohlen. Gegen Schmerzen und Fieber helfen leichte schmerzlindernde, fiebersenkende Medikamente. Es wird empfohlen, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und weiche, flüssige Speisen zu essen, da das Kauen meist Schmerzen bereitet. Die meisten Beschwerden sollten nach einer Woche abklingen.
Sind die Hoden entzündet, so werden diese hochgelagert und Entzündungshemmer und Kortisonpräparate verordnet.
Prophylaxe
Man kann sich gegen Mumps aktiv impfen lassen. Meist besteht die Impfung aus einer Kombination mit Masern- und Röteln-Impfung, die im 12.-15. Lebensmonat und nochmal im Alter von 15-23 Monaten verabreicht wird. Die Impfung ist sehr gut verträglich und hat selten Nebenwirkungen. Die passive Impfung mit Mumps-Immunglobulin wird bei Neugeborenen von erkrankten Müttern vorgenommen.
Eine durchgemachte Erkrankung hinterlässt lebenslange Immunität.
Bemerkungen
Bei bestehendem Verdacht auf eine Mumps- Infektion und einer Mumps- Erkrankung gilt sowohl ein Aufenthaltsverbot als auch ein Arbeitsverbot in Gemeinschaftseinrichtungen, wie beispielsweise in Heimen, Kindergärten, Schulen etc..

Literatur:
- Innere Medizin, Herold, 2007
- Innere Medizin, Urban & Fischer, 2000/2001
- Checkliste Innere Medizin, Thieme- Verlag, 2001
- Klinikleitfaden Innere Medizin, Gustav Fischer- Verlag, 2001
- Duale Reihe Mikrobiologie, Thieme- Verlag, 2003

ac;nj;ik;kr;as aktualisiert: 05/2007
 
Quelle: AOK - Die Gesundheitskasse
silberstab.jpg
zurück zur vorherigen Seite 
Lexikon