Ag ist das chemische Zeichen für Silber
Silber ist ein chemisches Element aus der elften (bzw. IB nach der alten CAS Bezeichnung) Gruppe (Kupfergruppe) des Periodensystems. Das Elementsymbol Ag leitet sich vom lateinischen Wort argentum für "Silber" ab. Silber ist ein Edelmetall und gehört zu den Münzmetallen. Es ist ein weiches, gut verformbares (duktiles) Schwermetall mit der größten elektrischen Leitfähigkeit aller Elemente und der größten thermischen Leitfähigkeit aller Metalle, lediglich Supraflüssigkeiten und Diamanten weisen eine bessere thermische Leitfähigkeit auf.
Biologisch-medizinische Eigenschaften
Silber wirkt in feinstverteilter Form bakterizid, also schwach toxisch, was aufgrund der großen reaktiven Oberfläche auf die hinreichende Entstehung von löslichen Silberionen zurückzuführen ist. Im lebenden Organismus werden Silberionen jedoch in der Regel schnell an Schwefel gebunden und scheiden aus dem Stoffkreislauf als dunkles, schwer lösliches Silbersulfid aus. Die Wirkung ist oberflächenabhängig. Dies wird in der Medizin genutzt für Wundauflagen wie für invasive Geräte (z.B. endotracheale Tuben). In der Regel wird Silber für bakterizide Zwecke daher in Medizinprodukten als Beschichtung oder in kolloidaler Form eingesetzt, zunehmend auch Nanosilber. Silberionen finden als Desinfektionsmittel und als Therapeutikum in der Wundtherapie Verwendung. Sie können silberempfindliche Erreger nach relativ langer Einwirkzeit reversibel inhibieren, können darüber hinaus bakteriostatisch oder sogar bakterizid (also abtötend) wirken. Man spricht hier vom oligodynamischen Effekt. In manchen Fällen werden Chlorverbindungen zugesetzt, um die geringe Wirksamkeit des Silbers zu erhöhen.
Dabei kommen verschiedene Wirkmechanismen zum Einsatz:
Blockierung von Enzymen und Unterbindung deren lebensnotwendiger Transportfunktionen in der Zelle, Beeinträchtigung der Zellstrukturfestigkeit, Schädigung der Membranstruktur. Die beschriebenen Effekte können zum Zelltod führen.
Neben der Argyrie, einer irreversiblen schiefergrauen Verfärbung von Haut und Schleimhäuten, kann es bei erhöhter Silberakkumulation im Körper außerdem zu Geschmacksstörungen, Geruchsunempfindlichkeit sowie zerebralen Krampfanfällen kommen.
"Umstritten ist die therapeutische Einnahme"(1) von
kolloidalem Silber, das seit einigen Jahren wieder verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückt und über Internet und andere Kanäle vermarktet wird. Es wird vor allem als Universalantibiotikum angepriesen und soll noch andere Leiden kurieren können. Wissenschaftliche Studien über die Wirksamkeit gibt es nicht. Bereits die mit einem gängigen Antibiotikum vergleichbare Wirkung ist bei peroraler Verabreichung stark anzuzweifeln. Sehr geringe oral aufgenommene Mengen bis 5 Mikrogramm Silber pro Kg Körpergewicht und Tag sollen nach Ansicht der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA zu keiner Vergiftung führen. Quelle: Wikipedia
(1) Das behaupten vermutlich fast alle, die noch niemals ein kolloidales Silber bei gesundheitlichen Problemen eingenommen haben und somit über keinerlei Erfahrungen verfügen oder einfach aus komerziellen Gründen ein Problem mit alternativen Mitteln haben.
Interessante Erkentnisse der Wissenschaft und die daraus resultierenden Anwendungen
1. Ein Auszug aus dem Dokument "Eine Übersicht zur biologischen Wirkung der Bestandteile dentaler Legierungen" von Heraeus
Silber zählt zwar in der Literatur zu den Edelmetallen, muss in Dentallegierungen aber immer mit den deutlich beständigeren Metallen Gold oder Palladium kombiniert werden. Die passivierende Wirkung des Silbers alleine ist im Milieu des Mundes nicht ausreichend, da verschiedene Speichelbestandteile diese Passivschicht angreifen können. Silber gibt Goldgusslegierungen, zusammen mit Kupfer, ihre Härte und Festigkeit. Palladiumbasislegierungen fließen leichter und lassen sich bei niedrigeren Temperaturen schmelzen, wenn Silber zulegiert ist. Silber wirkt ebenso wie Kupfer toxisch auf Mikroorganismen. Silberverbindungen werden daher in Befestigungszementen gerne als bakteriostatischer Zusatz verwendet. Für höhere Lebewesen wie den Menschen ist Silber weit weniger toxisch. So wird Silberbesteck schon seit Jahrhunderten verwendet. Auch in Dentallegierungen ist Silber schon seit dem Beginn der Verwendung künstlichen Zahnersatzes enthalten. Allergien gegen Silber werden sehr selten berichtet.
So genannte "Silberallergien" auf Silberschmuck sind oft auf nickelhaltige Beschichtungen zurückzuführen.