Quecksilber (griech. ???????? "flüssige Silber", davon abgeleitet das lat. Wort hydrargyrum (Hg), Name gegeben von Dioskurides; engl. Mercury) ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Hg und der Ordnungszahl 80. Es ist das einzige Metall und neben Brom das einzige Element, das bei Normalbedingungen flüssig ist. Aufgrund seiner hohen Oberflächenspannung benetzt Quecksilber seine Unterlage nicht, sondern bildet wegen seiner starken Kohäsion linsenförmige Tropfen. Es ist wie jedes andere Metall elektrisch leitfähig.
Etymologie
Quecksilber bedeutet ursprünglich lebendiges Silber (althochdeutsch quëcsilabar, quëchsilper, mittelhochdeutsch quëcsilber, këcsilber zu germanisch kwikw "(quick)lebendig"). Das Wort Hydrargyrum ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern hydor "Wasser" und argyros "Silber" sowie dem lateinischen Suffix -um. Der Ausdruck ist somit latinisiertes Griechisch und kann mit "flüssiges Silber" übersetzt werden; ähnlich das lateinische argentum vivum (dt. lebendiges Silber).
Geschichte
Quecksilber ist seit prähistorischer Zeit bekannt. So wird es schon in den Werken von Aristoteles, Plinius des Älteren und anderen Schriftstellern der Antike erwähnt. Im Altertum wurde es als Heilmittel verwendet (aufgrund seiner Toxizität jedoch mit entsprechend negativen Folgen).
Am Quecksilber wurde vom niederländischen Physiker Heike Kamerlingh Onnes im Jahre 1911 das erste Mal das Phänomen der Supraleitung entdeckt. Ab einer Temperatur von 4,2 Kelvin (-268,9 Grad Celsius) verschwindet dabei der elektrische Widerstand vollständig.
Alchemie
In der griechischen Antike symbolisierte das Quecksilber den Gott und den Planeten Merkur. Dies wurde von den Römern und den Alchemisten übernommen. Daher ist im Englischen mercury sowohl die Bezeichnung für das Quecksilber, als auch für den Planeten und den Gott.
Für die mittelalterlichen Alchemisten waren Quecksilber, Schwefel und Salz die drei grundlegenden Elemente. Das Einhorn symbolisierte das Quecksilber. Quelle: Wikipedia
Beschreibung: Quecksilber ist ein bei Zimmertemperatur flüssiges Metall. Es hat die sehr hohe Dichte von 13,6 g/cm³. Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften fand Quecksliber schon früh vielfache technische Verwendung. Vor allem Luftdruck- und Temperaturmessungen mit Hilfe von Quecksilber waren schon früh gebräuchlich.
Bereits bei Zimmertemperatur verdampft Quecksilber in spürbaren Mengen. Quecksilberdämpfe sind deutlich giftiger als Quecksilber in flüssiger oder fester Form. Auch Quecksilberverbindungen sind zum Teil stark giftig.
Im Alltag spielen die schleichende Vergiftung durch poröse Amalgamfüllungen sowie Quecksilberdämpfe durch ausgelaufenes Quecksilber, meist aus Thermometern, die größte Rolle.
Daneben ist die Anreicherung von Quecksilber in der Umwelt, zum Beispiel durch unsachgemäße Entsorgung von Batterien und Akkus, ein großes Problem.
Verwendung: Barometer, Thermometer, zum Herauslösen von Gold und Silber aus edelmetallhaltigen Sanden, in Manometern, Blutdruckmessern, Gasanalyse-Apparaten, in Neonröhren, Quecksilberdampflampen, Gleichrichtern, Tropfelektroden, als Kathodenmaterial bei der Chloralkalielektrolyse, als Katalysator, zur Herst. von fungiziden u. antiseptischen Quecksilber-Verbindungen und von Dental-Legierungen: Amalgame; Trockenbatterien.
Quecksilberspritzmittel (Pflanzenschutzmittel) auf der Basis von Phenylquecksilber- u.a. Quecksilber-organischen Verbindungen sind in der BRD seit 1980 verboten.
Gesundheitsgefährdung:
Erbrechen mit Bauchschmerzen
Gefahr der Hautresorption
Gefahr kumulativer Wirkungen
Giftig beim Einatmen
Kann das Zentralnervensystem schädigen
Kann Sprachstörungen hervorrufen
Kann Wahrnehmungsstörungen hervorrufen
Kann zu Lungenentzündung führen
Schädigung der Nieren möglich
Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
Sicherheitshinweise:
Behälter dicht geschlossen halten
Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt zuziehen
Berührung mit der Haut vermeiden
Dieser Stoff und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen
Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.
Grenzwert, Richtwerte, Einstufungen: Trinkwasserverordnung: 1 µg/l
MAK-Wert: 0,1 mg/m³; 0,01 ppm