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Finanznachrichten
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"Unsichtbar wird die Dummheit, wenn sie genügend große Ausmaße angenommen hat." Bertolt Brecht
„Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.“ Rothschild, 1863
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| 09.07.2011 |
Es gibt einen sogenannten Sachverständigenrat in unserem Land, besser bekannt unter dem Begriff „die Wirtschaftsweisen“. Während Es gibt einen sogenannten Sachverständigenrat in unserem Land, besser bekannt unter dem Begriff „die Wirtschaftsweisen“. Während diese Institution normalerweise eher durch linientreue Erfolgsverkündungen und Durchhalteparolen auffällt, kam nun plötzlich ein Funke Wahrheit durch. Dies wiegt umso schwerer, wenn man die „political correctness“ berücksichtigt, an die sich die Wirtschaftsweisen normalerweise strikt halten.
In einem Pressartikel der Börsenzeitung vom 4.6.2011 erklärte eines der Mitglieder in wenigen Nebensätzen, dass unser Finanzsystem quasi auf der Basis der kompletten Willkür aufgebaut ist. Die Deutlichkeit, mit der Herr Bofinger diesen Zustand beschreibt, stellt aus unserer Sicht eine neue Qualität dieser verwirrenden Gesamtordnung dar. Er betonte unzweideutig, „dass die Geschäftsbanken solange neues Geld produzieren könnten, wie es sich im Rahmen des Leitzinsniveaus noch rechnet“. Das Lehrbuch-Modell beschreibt dagegen, dass Banken erst dann Kredite vergeben dürfen (und nur so entsteht ja bekanntlich Geld), wenn sie Einlagen durch Sparer erhalten, oder wenn ihnen die Notenbank am Geldmarkt eine Anleihe abkauft.
Auszug aus dem Interview der Börsenzeitung vom 4.6.2011
Frage: Aber wieder wird der Aufschwung auf Pump finanziert. Wer hält den Mechanismus eigentlich am Laufen: Sind es die Sparer, die ihre Anlagen wie vor der Krise in die USA transferieren? Oder findet die Geldschöpfung im Bankensystem statt, gefördert durch die viel zu niedrigen Zinsen der Notenbanken?
Bofinger: Beides. Es ist ja nicht so, dass das Verschuldungsniveau durch eine vorgegebene Ersparnisbildung begrenzt wird, wie in den Lehrbüchern immer suggeriert wird. Stattdessen gilt: Banken können so lange uneingeschränkt Kredite schöpfen, wie sich das angesichts des Leitzinsniveaus noch rechnet. Die einzelne Bank ist also nie richtig restringiert. Wenn sie Liquidität benötigt, geht sie einfach zur Notenbank, oder sie holt sich die Refinanzierung am Geldmarkt. Das hat nichts mit dem Lehrbuch-Modell zu tun, wo Banken nur dann Kredite vergeben, wenn sie zufällig eine Einlage durch einen Sparer bekommen oder wenn ihnen die Notenbank am Geldmarkt eine Anleihe abkauft.
Diese im ersten Moment für den Laien nicht besonders revolutionär klingende Aussage Bofingers hat gewaltige Konsequenzen für alle Bürger, die über Sparguthaben verfügen. Wer nun als Betroffener noch ruhig bleibt (nach dem Motto, „Das kriegen Die schon wieder hin“), sollte spätestens jetzt sein Weltbild hinterfragen.
Regelmäßige Leser oder Zuschauer unserer Veröffentlichungen wissen, dass Banken nur dann durch Kredite neues Geld erzeugen dürfen, wenn sie gewisse Auflagen für Mindestreserven in Form von Spareinlagen und einen „Hauch“ von Eigenkapital erfüllen. Auf diese Weise sollte das Volumen der Geldschöpfung durch Banken eigentlich begrenzt werden. Laut Bofinger spielt diese Grundlage im Rahmen der Krise offenbar nun keine Rolle mehr.
Man kann also seitens der Kreditinstitute Geld produzieren, wie es beliebt.
Mir ist wichtig, dass diese „Bankrotterklärung“ ganz Europas (!) in diesem Fall nicht von der Wissensmanufaktur benannt wird, sondern von einem der Wirtschaftsweisen! Nun tröstet es wenig, wenn eigentlich alle Staaten der Welt (allem voran die USA) durch diese Banksystempraxis bankrott sind. Diese Realität wird natürlich nur hinter verschlossenen Türen in Expertenzirkeln ausgesprochen. Ausgerechnet diese Personen verkünden aber über die Medien mit ihren Politdarstellern stets „Sicherheit“ für alle Sparer.
Was ich neulich in einem n-tv-Interview mit Herrn Prof. Norbert Walter (ehem. Chefvolkswirt der Deutschen Bank) hörte, hatte mich ebenfalls geschockt. Da wurde von dem Journalisten Frank Meyer (den ich sehr schätze) in aller Klarheit darauf hingewiesen, dass die Euro-Rettung am Beispiel Griechenland komplett gegen geltendes Recht verstößt, worauf Herr Walter mit einem süffisanten und menschenverachtenden „Ich bin mir dessen bewusst…“ reagierte. Interview siehe:
http://www.n-tv.de/mediathek/sendungen/walterswoche/Es-gibt-keinen-Koenigsweg-article3286506.html
Diese Dreistigkeit und Beleidigung unseres angeblichen Rechtsstaates sucht natürlich ihresgleichen, aber ich dachte mir, dass dieser Volkswirt sich schon bei der Einführung des Euros auf ganzer Linie irrte und ich seinen Kommentaren eh nur noch wenig Gehalt beimesse.
Nun aber Bofinger, der in Amt und Würden des Sachverständigenrates mit dem heutigen Wissen und den Erfahrungen des Euro-Irrtums solche Bomben in Texte einbaut, ist eine gewaltige Entwicklung. Hier arbeitet offenbar ein Insider an seiner Reputation, die nach der Enteignung der Sparer wohl weiterhin erhalten bleiben soll (nach dem Motto, „Ich hab es ja schon immer gesagt…). Es erschließt sich mir nicht, ob Herr Bofinger über das Abstraktionsvermögen verfügt, dass er hier eine widerrechtliche Tyrannei beschreibt und offenbar toleriert, mehr noch, die er sogar im Rahmen seiner Funktion aktiv mitgestaltet… Für unser Institut ist dieser Vorgang besonders erwähnenswert, da wir schon seit langem erklären, dass Banken quasi ohne Restriktionen Geld produzieren können, woraufhin wir oft nur Kopfschütteln von Bankenvertretern ernten…
Wie aber kommen solche dramatischen rechtsverachtenden Verwerfungen zustande, die man nur noch als „bananenrepublikanisch“ bezeichnen kann? Die Herstellung von „Willkür-Geld“ durch private Geschäftsbanken bedeutet schließlich eine fundamentale Machtabgabe des Staates (also der Bürger) zugunsten der Banken.
Ich glaube nicht, dass es zu weit geht, wenn ich an dieser Stelle das Grundgesetz zitiere:
Grundgesetz Art 20
- Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
- Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
- Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
- Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Nun stellt sich die Frage, inwieweit wir nun berechtigt (oder sogar verpflichtet?) sind, gemäß Art. 20 Abs. 4 Widerstand zu leisten, da der Rechtsbruch der Systemfunktionäre nun völlig offen und für jeden klar erkennbar stattfindet. Wie könnte das aussehen, denn wer will schon Ärger haben? Auf die Gerichte und deren Repräsentanten können wir wohl eher nicht hoffen. Wenn der Rechtstaat (wie durch Herrn Prof. Walter geschehen) schon offen negiert werden darf, was hat dann das Grundgesetz für einen Wert?
Ich will an dieser Stelle keine Diskussion zur Rechtmäßigkeit des oft irrtümlich „Verfassung“ genannten Grundgesetzes eröffnen, sondern auf der Basis des Systems argumentieren (welches sich gerade selbst ad absurdum erklärt). In meinen Vorträgen zur momentan praktizierten „Demokratie“ vertrete ich seit Langem die Ansicht, dass diese Gesellschaftsform grundsätzlich(!) in eine Tyrannei entarten muss.
Zurück zum Bankensystem, bevor ich mir komplett die Finger verbrenne…
Eine Geschäftsbank soll laut Lehrmeinung über zwei klassische Funktionen verfügen:
- Das Kreditgeschäft, welches eine Art „Vermittlungstätigkeit“ darstellen soll, ist der bekannteste Part, denn er versorgt durch Geldverleihung konkret Menschen und Firmen mit finanziellen Mitteln.
- Eine Art „Schleusenfunktion“ dient der Zentral- bzw. Notenbank, die Geldmenge im Verhältnis zur Realwirtschaft zu steuern. Dazu benötigt sie Geschäftsbanken. Es geht also um einen volkswirtschaftlich wichtigen Vorgang.
Beleuchten wir diese Punkte ein bisschen tiefer. Da gibt es auf der einen Seite Anleger, die bei einer Bank Kapital parken und auf der anderen Seite Kreditnehmer, die dieses Geld mit einem Zinsaufschlag ausleihen, um damit z.B. wirtschaftlich produktiv zu werden oder schlicht zu konsumieren. In den Statuten der Mindestreservehaltung wird es dann konkreter. Danach kann eine Geschäftsbank das angelegte Sparergeld bis zu 50-fach als neues Geld in Form von Krediten verleihen.
(Bei der FED 10-fach, bei der EZB 50-fach, Mindestreservesatz = 2%) Auf Basis von 200,- Euro Kundenanlagen kann die Bank also 10.000,- Euro Kredit geben. Diese neuen 9.800,- Euro entstehen also erst durch den Kredit. Die Bank bekommt also für 9.800,- Euro Zinsen, obwohl sie nur 200,- Euro als Grundlage benötigt.
Auch wenn es dramatisch klingt, ist diese Regel zumindest eine Einschränkung der Geschäftsbanken, denn wenn kein Geld mehr angelegt würde, könnte keines mehr produziert werden. Die Notenbanken legen ein verbindliches Zinsniveau (Leitzins) für die Kreditwirtschaft im Interesse der Volkswirtschaft fest. Eine Notenbank (z.B. die EZB) hat die Aufgabe der Geldwertstabilität und muss dafür sorgen, dass die Geldmenge im Verhältnis zu den realen Waren und Dienstleistungen angemessen ist. Gibt es ein hohes reales Wirtschaftswachstum zu verzeichnen, kann die Notenbank das Zinsniveau senken und somit den Geschäftsbanken günstiges Buchgeld verleihen, die dafür im Gegenzug ihrerseits Sicherheiten in Form von Wertpapieren bieten muss.
Zurzeit erkennen wir deutlich, dass die Zentralbanken allerdings auch „Schrottanleihen“ als „Sicherheit“ akzeptieren. Der derzeitige niedrige Zins führt zu günstigen Krediten und somit zu mehr Geld in der Wirtschaft, welches ja entsteht, wenn die Geschäftsbanken diese Reserven nun bis zu 50-fach gehebelt weiterverleihen. Das Gegenteil wäre die Zinserhöhung, die den Kreditfluss senkt, da Darlehen nun teurer werden und somit die Geldmenge reduziert wird. Bei einer rückläufigen Realwirtschaft ist dieser Vorgang im Interesse der kalkulierbaren Kaufkraft des Geldes enorm wichtig.
Ein selbst von den meisten Experten unerkanntes Problem ist die Tatsache, dass bei einer Geldschöpfung durch Kredit nur der Kreditbetrag entsteht, der Schuldner aber den Kreditbetrag plus Zinsen und Gebühren zurückzahlen muss. Diese erhöhte Summe muss nun von anderen Marktteilnehmern „herausgewirtschaftet“, um nicht zu sagen „gepresst“, werden. Da sind Verwerfungen vorprogrammiert und immer mehr Menschen geraten in Armut, bzw. können ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen.
(Sehen Sie hierzu auch das Video: „Wie funktioniert Geld“ http://www.wissensmanufaktur.net/externe-videos).
Deshalb legen Banken bekanntlich einen so großen Wert auf Sicherheiten. Kann jemand seine Kredite nicht mehr bedienen, ermächtigt sich die Geschäftsbank einfach des Pfandes, bzw. der weiteren Arbeitskraft, falls dieses nicht ausreicht. Man könnte auch böswillig „moderne Sklaverei“ dazu sagen. Diese beschriebenen Vorgänge führen zu unglaublichen Vermögen einiger weniger Marktteilnehmer, deren Zinsforderungen aus Guthaben ähnlich eines astronomischen Schwarzen Loches ansteigen und zum Desaster führen müssen.
Um diese Umverteilungsmechanismen auf die Spitze zu treiben bzw. zu verlängern, entstanden in den 1990er Jahren Investmentbanken. In dieser Zeit war die Macht der Kapitalsammelbecken schon extrem angewachsen und die Politiker hingen als kleine „Blinddärme“ unten drunter. Um die unendliche Zins-Gier zu befriedigen, senkten die Zentralbanken einfach das Zinsniveau (obwohl die realökonomische Lage das Gegenteil gebot), sodass die Geschäftsbanken sich nun günstig Geld leihen konnten, um selbst wieder als Kapitalanleger aufzutreten. Diese Anlagegelder dienen nun wieder als Grundlage neuer Kredite mit dem Faktor 50. Dass diese „Politik“ zu einer Krise führen musste, lag auf der Hand. Schon im Jahre 2003 beschrieb ich diese Zusammenhänge in meinem Buch „Brot und Spiele“, auch wenn diese Texte damals belächelt wurden.
Richtig wäre es, wenn die Zentralbanken die Zinsforderungen gegenüber den Geschäftsbanken höher ansetzen würden, als diese von den Kreditkunden an Zinsen zurückbekommen. Das reduzierte natürlich massiv die Nachfrage nach Mindestreserven-Buchgeld, um darauf neue Kredite zu schöpfen. Stattdessen bekommt die EZB fast gar keine Zinsen und Kreditinstitute leihen sich diese neuen(!) Gelder lustig aus, um sie selbst höherverzinslich anzulegen.
Wir erkennen an dieser verwerflichen Praxis zugunsten des Geldmonopols und zu Lasten der Bürger eine Umkehr der vermeintlichen Hierarchie des Bankenwesens in sich. Die Kreditinstitute für das Publikum (z.B. Sparkassen, Commerzbank, Deutsche Bank, usw.) scheinen bei der Machtfrage gegenüber den Zentralbanken (z.B. EZB) übergeordnet.
Zusammenfassend möchte ich festhalten:
Selbst wenn die Bankkunden durch ein berechtigtes Misstrauen in das System ihre Guthaben abziehen würden und somit den Kreditinstituten die Grundlage für das Kreditgeschäft entzögen, könnte laut Bofinger weiterhin die Schuldenproduktion und somit die Geldflutung vollzogen werden. Man produziert sich seine Sparanlagen eben selbst, um es bissig auszudrücken.
Nur so ist es übrigens zu erklären, dass die Banken immer noch in der Lage sind, Geld auszuzahlen, obwohl der gefürchtete „Bankrun“ längst im Gange ist. Was das für die Währung Euro bedeutet, sollte spätestens jetzt klar sein. Er ist zum Untergang verurteilt worden und das von denselben Leuten, die predigen, dass er gerettet werden müsse.
An dieser Stelle möchte ich wieder einmal darauf hinweisen, dass wir in der Wissensmanufaktur längst relativ ausgereifte Lösungen entwickelt haben, um im Rahmen einer neuen Ordnung diesen sich steigernden Verelendungsprozess zu stoppen, der bei vielen Normalbürgern in ganz Europa immer sichtbarer wird. Der propagierte Wirtschaftsaufschwung dient halt nicht allen Menschen, sondern vor allem den globalisierten Konzernen. Die klassische, noch aktuelle Wirtschaftswissenschaft hat komplett versagt. Leider werden wir von führenden Politikern nicht nach unserem Rat gefragt. In meinem Buch „Der Währungs-Countdown“ steige ich in die Lösungen konkret ein.
Der Kapitalismus hat das ausschließliche Ziel des Profits, wie es der Begriff schon aussagt. Die Demokratie beschreibt den Menschen als Mittelpunkt (sog. Volkssouverän). Die Kombination eines demokratischen Kapitalismus oder einer kapitalistischen Demokratie ist paradox. Warum wird dieser sichtbare Widerspruch eigentlich nie hinterfragt?
Wir stehen voll hinter der Europäischen Idee und wollen Frieden zwischen den Völkern und einen konstruktiven internationalen Handel, im Rahmen einer ehrlichen ressourcenschonenden Wirtschaft.
Der Euro aber ist eine Lunte (?) gegen die europäischen Völker. Wir können schon jetzt immer öfter in den Medien hören, dass „wir Deutschen“ den „faulen Griechen“ keine Hilfe mehr schicken sollten. In Griechenland werden Plakate mit deutschen Fahnen und Hakenkreuzen geschwenkt, weil sie sich nicht bevormunden lassen wollen. Das dramatische ist nur, dass sich die Opfer gegenseitig beschuldigen und offenbar nicht erkennen, dass dieses „Teile- und Herrsche-Spiel“ System hat.
Ihr Andreas Popp, Juli 2011
Quelle : http://www.wissensmanufaktur.net/bankrotterklaerung |
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Mittwoch, 28. April 2010 Frank Meyer
Die Einschläge kommen näher
Wie vermutet, kommt jetzt Portugal ins Schussfeld der Spekulanten. S&P hat mit dem Senken des Ratings den Startschuss gegeben und Griechenland die Note "Müll" verpasst. Die Einschläge kommen näher und näher... Portugals Defizit liegt bei 9,4 Prozent des BIP. 40 Mrd. Euro stehen in diesem Jahr zur Refinanzierung an. Der Bedarf aller PIIGS-Staaten beträgt 522 Mrd. Euro. Dazu kommen Deutschland mit rund einer halben Billion Euro und auch Frankreich. Noch größeren Finanzierungsbedarf haben die USA und Großbritannien. Während der EZB die Hände gebunden sind, können FED und BoE sämtliche Schulden des Staates aufkaufen und so die Zinskosten drücken. Gleichzeitig nimmt der Kampf um die Investorengelder weltweit zu. Ein Ausfall einiger europäischer Länder würde die Kapitalströme in andere Ecken lenken – zufälligerweise in den US-Dollarraum. Seit die Bezeichnung "PIIGS" die Runde macht, steigt der US-Dollar, sinkt der Euro. Cui bono? Wer leiht den Europäern künftig noch Geld? Einer trage des anderen Last Nun liegen auch die Geburtsfehler unserer Gemeinschaftswährung offen, die zu einer Haftungswährung geworden ist, und in deren Flanken die Spekulanten stoßen. Starke Länder und weniger starke Staaten benutzen eine gemeinsame Zahnbürste. Für die Länder der südlichen Knoblauchzone ist sie so fest wie Draht. Nein, der Euro hat kein Problem, sagte Bundesbankchef Axel Weber. Verlassen darauf würde ich mich darauf nicht. Ganz nebenbei sollte man die ganze Angelegenheit mit der Griechenland-Hilfe auch beim richtigen Namen nennen: Bankenrettung 2.0 – eine Fortsetzung des Coups des Jahrhundert, bei dem die Banken ihre Risiken dem Steuerzahler aufbrummen konnten. Nun geht es ums gleiche Prinzip – die Übernahme von Risiken, die die Banken mit dem Geldverleih an Griechenland eingegangen sind. Gleichzeitig wächst in den Bankentürmen die Arroganz wie Löwenzahn auf den Wiesen. Bekämen die Griechen ihre Drachme zurück, müssten die Banken ihre Anleihen abschreiben. Nein, wozu hat man auch Freunde... Und die Griechen könnten mit einem Austritt aus dem Euro das wieder tun, was ihnen bislang versagt war - ihre Währung abwerten lassen. Sie könnten in den Keller gehen und die Druckerpresse anwerfen. Der Euro ist für die Griechen um die 40 Prozent zu stark, sagen Währungsexperten. Ungeliebter Euro Die Mehrheit der Deutschen ist in allen Umfragen gegen eine Rettung. Angesichts leerer Kassen und steigender Verschuldung ist das Hemd eben näher als die Hose. Die Politik kümmert es wenig. Der Euro ist nun mal "unsere" Währung, bei der das Volk nichts zu entscheiden hatte. Er war auf einmal da, beworben mit Mio.budgets aus irgend welchen Kassen. Man spart ihn oder gibt ihn aus, aber er war und ist nicht beliebt. Wie entkommt man ihm, bevor er zerfällt? Man kann ihn in andere Währungen tauschen oder ihn ihn für Edelmetalle zu geben oder für ausländische Aktien. Oder man macht sich ein schönes Leben, solange es etwas dafür gibt. Es ist eine Überschuldungskrise, die sich vor unseren Augen abspielt, und Portugal wird ein weiterer Testballon für die Eurozone, die nach Meinung des tschechischen Präsidenten Klaus gescheitert ist. Spannend wird es, wenn es Spanien und Italien dran sind. Spätestens dann sollte man sein Geld in Sicherheit gebracht haben. Nein, den Euro muss man nicht unbedingt haben. Als Wertspeicher taugt er nicht. Auch US-Dollar und Pfund sind keine Wertspeicher. Sie basieren auf Vertrauen, das hinter den Kulissen kurz und klein geschlagen wird. Später wird man feststellen, dass sich auch eine Spekulation gegen T-Bonds und Gilts lohnt, was Kapitalströme in die Weltwährung Nummer Eins umlenken wird – das Gold. Noch nie musste man so viele Euros für eine Unze Gold hinblättern. Und was macht die EZB? Sie darf keine Staatsanleihen aufkaufen, um die Zinsen zu drücken. Noch nicht. So steht es in den Statuten. Doch wenn man schon Maastricht über den Haufen gefahren hat mitsamt der Stabilität, warum ändert man diese Statuten nicht? Vielleicht ist es sogar der einzige Auweg. Wir Europäer würden in echte Konkurrenz zum US-Dollar und Pfund treten. Wer am schnellsten abwertet, hätte den Vorteil. Es bliebe festzustellen, dass wir unsere Währung schwächen müssen, um mit den anderen mithalten zu können. Wir Europäer wählen dazu im Moment den Weg des größten Schmerzes. Doch am Ende sind wir sowieso alle tot, würde Lord Maynard Keynes sagen. Wie zynisch...
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Mittwoch, 23. Dezember 2009 Frank Meyer Meyers böser Jahresrückblick
von Frank Meyer 2009 steht für Telebörse-Moderator Frank Meyer auch für ein Jahr der Verrücktheiten. Da deren Aufzählung den Rahmen dieser Kolumne sprengen würde, hier eine Kurzfassung… Besonders im Dezember hagelt es nicht nur Schneeflocken und Weihnachtskarten, sondern auch Weihnachtsansprachen, Neujahrsreden und anderen Unsinn. DAX-Prognosen sind mitunter sehr beliebt. 20 lustige Experten werfen mit Zahlen auf Dartscheiben wie betrunkene Hühner nach einem Glühweinfest auf ihren Eierkorb. Was dabei herauskommt, zeigt die Prognose aus dem letzten Jahr. Im Schnitt haben die Experten jetzt einen DAX-Stand von 5.077 Punkten erwartet. Volltreffer! Nur 900 Punkte oder 18 Prozent daneben. Das lässt sich doch sehen! Während die Deutsche Bank mit 5.900 Punkten einen Volltreffer landete, sagte die Royal Bank of Scottland 3.691 Punkte voraus. Okay! Es sind ja noch drei Handelstage. Und auch das noch… Die Banker-Musikcharts wurden in diesem Jahr von "My Boni are over the ocean" angeführt. Wer als Investmentbanker am Wochenende fünf Hemden für die kommende Woche bügelte, galt als gnadenloser Optimist. V.I.P. stand für "Vorstand in Panik". "Hau den Banker" wurde in England zu einem beliebten Gesellschaftsspiel. Dabei tun sie doch "Gottes Werk"… Im Januar wurde ein Konjunkturprogramm in Höhe von 50 Milliarden Euro verabschiedet. Damit hätte man nicht nur die Autobahn 4 zwölfspurig ausbauen und die Leitplanken mit Plattgold überziehen lassen können - für einen "Aufbau West" hätte es auch noch gereicht. Bestimmt kommen 2010 wieder Forderungen, die staatlichen Goldreserven zu verkaufen. Ich glaube, das Thema hatten wir schon mal, bei Goldpreisen von 300 /400/ 500/ 600/ 700/ 800 / 900 US-Dollar pro Unze. Unser Gold soll ja im amerikanischen Fort Knox liegen, wenn es überhaupt da liegt, wie immer wieder gemunkelt wird. Und leise drang aus den Nachrichten das Lied... "Es ist noch Suppe da..." Für Bankenrettung, Kurzarbeitergeld, Abwrackprämie, Millionen ungenutzter Impfdosen gegen die Schweinegrippe, die als Ziegengrippe im nächsten Jahr ihr Comeback feiern könnte. Die Arche Noah war ja voller Tierarten. Wie wäre es mit Schlangen – Kröten – Elch – und Läusegrippe im nächsten Jahr? An Erfindungsarmut hat es bei Big Pharma doch noch nie gemangelt. Weitere Milliarden wurden für das Stopfen von Haushaltslöchern, Bundeswehreinsätzen im Ausland, (ja, wir sind im Krieg...) goldenen Füllfederhalter für Bundestagsabgeordnete und anderes zur Verfügung gestellt. 2009 kam jeden Tag der Weihnachtsmann. Die Commerzbank bekam auch ein paar Milliarden Euro ab. Durch den Einstieg des Staates ist nun jeder Deutsche ein Besitzer von vier Coba-Aktien. Durchschnittskurs rund 66 Euro. Forderungen, die Bank in ein "Commerz-Amt" umzutaufen, gingen dann doch etwas zu weit. Doch der Suppentopf wurde und wurde nicht leer. Die Hypo Real Estate holte sich einen Nachschlag nach dem anderen, bis wir jetzt alle durch die Enteignung der Altaktionäre Anteilseigner der hypo-ventilierenden Bank geworden sind. Jippie! HRE wurde schon 2003 als eine Bad Bank für die Hypovereinsbank eingerichtet und an die Börse gebracht, um die HVB hübsch genug für einen Verkauf an die Unicredit zu machen. Das sagen nicht nur Händler, sondern auch ein ranghoher Mitarbeiter der Unicredit am Rande einer Veranstaltung in Köln. HVB war vielleicht pleite, dafür aber ein Politikum. Das Wort "Bad Bank" sollte aber erst 2009 in Mode kommen. Und schaue ich mich um, sehe ich viele schlechte Banken, deren Bilanzierungsmethoden ein Quantum geruchsneutralisierenden Weihrauch um manchen Bankenturm wehen lässt. SoFFin? BaFin? UnSinn "SoFFin" war eines meiner Lieblingsworte des Jahres 2009. Zuerst dachte ich, die SoFFin wäre die Schwester der BaFin, aber dann "nur" so ein Finanzmarktstabilisierungsfonds mit immerhin 480 Milliarden Euro im Gepäck. Entschieden und verteilt wird im Geheimen. Bisher sind 157 Milliarden Euro für die Stabilisierung von 24 Banken vorgesehen, heißt es in einer sechszeiligen Mitteilung vom 9. Oktober. Mehr Informationen gibt es nicht, aber viele Hilferufe. Auch Herr Krause meldete sich bei uns in der Redaktion... "Ich lebe seit Jahren auf der Straße. Meine Schlafstätte ist eine Bank. Ich würde mich sehr freuen, wenn der Rettungsschirm auch für meine Bank greift. Durch eine Einmalzahlung von 100.000 Euro - ich will ja keine Milliarden - wäre mir sehr geholfen und das Vertrauen meiner Mitbürger in meine Person würde sehr gestärkt…" Der Antrag wurde abgelehnt. Eine Klage hätte 4.500 Euro gekostet. "Geld für Bildung" war eine der politischen Lieblingsphrasen im Wahlkampf, worauf sich ja heute alle Schwierigkeiten zurückführen lassen. Die Bürger sind einfach zu dumm, habe ich verstanden. Wozu in drei Teufels Namen brauchen wir aber kluge Bürger? Diese kommen nur auf dumme Gedanken, indem sie Dinge hinterfragen, die sie ohne Bildung gar nicht interessiert hätten... Dann doch lieber ein "Wachstumsbeschleunigungsgesetz". Klingt nett. Oder? Wegstaben verbuchselt Die Wortkreationen aus der Küche der Nebelkerzenwerfer waren umwerfend im Jahr 2009, dem Jahr der Schattenbilanzen, Schuldenbremse, Kuschelwahlkämpfe, Umweltprämie, Haushaltswahrheit, Haushaltsklarheit, Rotationsmigration und so weiter - und das alles im Jahr der Wegwarte und dem Internationalen Jahr der Astronomie - wobei wir schon wieder bei den Experten wären und deren Prognosen. 2009 war außerdem das Internationale Jahr der Naturfasern. Warum denke ich jetzt gerade an Filz? Das mit dem Klima hat mich mächtig irritiert. Kopenhagen wird nach dem Scheitern des Klimagipfels Floppenhagen genannt. Neben CO2 könnte auch noch Sauerstoff als Klimagas gegeißelt werden. Lieder wie "Sag mir, wo die Blumen sind", "Sah ein Knab` ein Röslein stehen" und "Über allen Wipfeln ist Ruh" kommt neben "Oh Tannenbaum..." auf den IKVL-Index, den Index der Klima verherrlichenden Lieder. Jetzt ist mir klar geworden – CO2 ist kein Klimagas, sondern eine Steuerreligion und künftige Einnahmequelle für alle, die diese Rechte handeln, an den Zahlungswegen sie lungern und die Hand aufhalten. Für mich steht der CO2 – Klimadom jetzt in Kopenhagen – ohne Kuppel. Das Wort des Jahres ist Abwrackprämie. Richtig. Wracken wir das Jahr 2009 ab, nehmen keine 2.500 Euro, sondern die Liebsten in den Arm, an den wohl ruhigsten Tagen des Jahres.
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Mein kleiner Jahresrückblick 2008 |
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| Dienstag, 30. Dezember 2008 - 08:46 - Telebörse-Moderator Frank Meyer |
Vor einem Jahr, da saß ich zu Silvester kurz nach der Tagesschau auf meinem Sofa. Mein Zimmer war schon wieder vom Rauch der hochgegangenen Nebelkerzen verräuchert. Husten plagte mich nach den diversen Ansprachen diverser Politiker, die ich mir selbstverständlich aus journalistischen Gründen reingezogen hatte. Ich öffnete die Fenster. Dort verklangen die letzten Böller - Sinnbild für das Jahr 2008...
Ich erinnere mich, auf dem Schreibtisch lagen die Prognosen der Fachleute für den Aktienmarkt. 8700 Punkte. Mindestens, wenn nicht sogar viel mehr. Die meisten Interviewgäste weigerten sich beharrlich, auch nur einen Tick vorsichtiger auf das Jahr 2008 zu blicken. Meine Schenkel waren schon grün und blau, denn ich schlug mir reflexartig vor Lachen permanent rechts, und dann wegen der Schmerzen links drauf. Oder habe ich geweint? Ich weiß es nicht mehr.
Und dann stieg der DAX auch noch, zumindest am ersten Handelstag, ward da aber nie wieder gesehen. Ich hatte mich aus dem Aktienmarkt längst verabschiedet, denn dem Immo-Braten aus den USA wollte ich nicht trauen, der so bittersüß herüberwehte. Alles nicht so schlimm, sagten die Fachleute, als man den Hausbesitzern das Dach über den vernebelten Hirnen wegzunehmen begann und ihnen den Hintern versohlte. Doch es sollte noch schlimmer kommen, natürlich völlig überraschend und unerwartet. Es folgte eine Zeit der täglichen Begräbnisse. Teure Tote. Hausfinanzierer riss es in die Tiefe, kleinere Banken kollabierten, die großen Finanzinstitute hängen am Tropf der Steuerzahler, 108 Hedge Funds hat es in die ewigen Delta-Gründe gefegt. Gingen sie an Dummheit ein? War es die Gier? Oder beides?
Beim Kommentieren von amerikanischen Wirtschaftsdaten erfasste mich jedes Mal ein Hauch von Heiterkeit. Da hüpften Zahlen aus den statistischen Abteilungen, die wie durch statistischen Mühlen gedreht aussahen. Innerlich ahnte man, dass da etwas nicht stimmte. Wer sich die Mühe machte dahinter zu schauen, blickte eher in die Hölle statt in den Himmel. Selbst die Börsianer in Frankfurt griffen sich beherzt an den Kopf und riefen "Betrug!". Doch die Experten geißelten die Anleger mit "positiv überrascht" oder "unerwartet positiv überrascht". Nach und nach, doch zu spät wurden die Stimmen aus den Analyseabteilungen lauter, während in den oberen Etagen der Banken, Regierungen und Notenbanken die Musik lauter gedreht, wurde. Aber die Platte hatte irgendwie einen Sprung: "Our economy is strong..."! Bis - na ja - der Lautsprecher durchbrannte.
Meisterstück IKB
Als das Dach bei der IKB qualmte, gelang der Bundesregierung ein Meisterstück. Sie steckte knapp 10 Milliarden Euro Steuergeld in die Bank und verkaufte sie dann für etwas mehr als 100 Millionen Euro und garantierte im Dezember 5 Milliarden Euro aus dem gespannten Schutzschirm für die Finanzindustrie. Das nenne ich doch ein dickes Geschäft, vor allem für die texanische Heuschrecke Lone Star. Es gibt Tage, an denen ist man einfach sprachlos.
Apropos sprachlos: Einmal hat es mich an der Börse als Reporter erwischt, da hatte ich keine Worte, als der DAX über 11% auf 4000 Punkte einbrach. Meiner Kollegin Corinna Wohlfeil ging es nicht besser. Sie ging irgendwann Ende Oktober auf Sendung, hinter ihr wurde gerade die Börse vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac gestürmt, das die Entwaffnung der Finanzmärkte forderte.
Erinnern Sie sich noch an die manchmal streikenden Bankautomaten? Da bissen ganze Marderschaften in einer offenbar geplanten und konzertierten Aktion die Datenkabel durch. Das war in den Monaten, als die Leute begannen zu diversifizieren. Ein Drittel Bargeld unter dem Kopfkissen, ein anderes unter der Diele und der Rest vergraben im Garten. Unsere Kanzlerin beendete den Spuk, indem sie alle Guthaben garantierte, bzw. wir garantieren unsere Einlagen. Die Marder verschwanden wieder.
Verschwunden sind auch die Gebrüder Lehman. Vor ein paar Jahren nannte jeder diesen Namen mit Ehrfurcht. Geblieben sind Spott und Häme, viele Milliarden Schulden und auch zerplatzte Träume von gutgläubigen Anlegern, denen Lehman-Zertifikaten als Sparbücher verscherbelt worden sind. Noch Stunden vor der Pleite wurde Lehman von unserer staatlichen KfW noch mit ein paar hundert Millionen Euro bedacht - aus Versehen natürlich.
Banken versenken
Versehentlich haben auch die Landesbanken den Amerikanern ihren Giftmüll mit den lustigen bunten Buchstaben (ABS, CDO, MBS usw.) abgekauft. Aus "Schiffe versenken" wurde das Spiel "Banken versenken". Doch Moment! Sie leben ja noch. Sie laben sich jetzt an unserem Steuergeld. So lange wir leben dürfen wir sie bezahlen - und darüber hinaus. Wie tröstlich...!
Ach ja, dann war doch dieses Licht am Ende des Tunnels. Es leuchte immer mal wieder hell auf wie der Heiligenschein der Investmentbanker. Doch was da hell entgegenkam, waren die Lichter eines Schnellzuges. Jetzt soll Obama es richten. Er wird als neuer Heiland gefeiert. Sicherlich weiß er, welchen Lumperladen er nach acht Jahren Bush & Co. übernimmt. Wünschen wir ihm und uns dabei viel Glück.
Der Ölpreis erreichte in diesem Jahr die Marke von 145 USD/Barrel. Zur gleichen Zeit wurde in den USA durchgesetzt, dass man in bislang geschützten Gebieten auch nach Öl bohren darf. Sicherlich nur ein Zufall.
In Erinnerung geblieben sind mir die Bilder vom Nordpol, als unser Umweltminister Sigmar Gabriel samt seiner Kollegen und mitgereisten Kamerateams vom erhitzten Nordpol grüßten, um vor der Klimakatastrophe zu warnen. Nein, sie hatten noch keine Badesache an. Mit ihren CO2-Schleudern ging es dann aber schnell weiter zu anderen diversen Gipfeln, auf denen nichts mir Bekanntes herauskam. Vielleicht hat man ja wenigstens nett gegessen. Das Klimapaket für sauber Luft musste dem Rettungspaket für stinkende Autos weichen. Und weil sie nicht wissen, was sie tun - reden sie. Sollten dieses Jahr Köln, Berlin und Stuttgart nicht Hansestadt werden?
Die Welt stand Kopf in diesem achten Jahr im dritten Millennium. Aus dieser Sicht bestaune ich die Welt auch 2009. Viel falsch machen kann man dabei nicht. Wenn die Neujahrsansprachen über die Bildschirme flimmern, habe ich mit einem CO2-neutralen Ventilator vorgesorgt, um den Rauch der aufschlagenden Nebelkerzen zu vertreiben. Man kann mir ja alles erzählen. Was ich davon glaube, ist mir ja (noch) freigestellt. Diese Freiheit nehme ich mir. Quelle: Telebörse | |
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Veritabler Crash RBS warnt Kunden
Mittwoch, 18. Juni 2008 - 09:49
"Der S&P-500-Index kann bis September um mehr als 300 Punkte nachgeben."Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat einem Zeitungsbericht zufolge ihren Kunden geraten, sich in den kommenden drei Monaten auf einen "veritablen Crash" an den weltweiten Aktien- und Rentenmärkten vorzubereiten.
Aufgrund der geldpolitischen Lähmung der bedeutenden Notenbanken könne der S&P-500-Index bis September um mehr als 300 Punkte auf rund 1.050 Punkte nachgeben, zitiert der "Daily Telegraph" aus einem Research-Papier des Kreditinstituts. Dies werde sich auch auf die Aktienmärkte in Europa und den Schwellenländern auswirken und sich zu einem der schlimmsten Bärenmärkte der vergangenen 100 Jahre auswachsen. Die Aussagen der RBS zu einem möglichen Crash an den Aktienmärkten drückte am Mittwoch auf die Stimmung im deutschen Handel. Zwar habe es selten einen "Crash auf Ansage" gegeben, so ein Marktteilnehmer mit Blick auf die Aussagen. Andererseits wachse aber die Gefahr von Rückschlägen bei weiter steigenden Zinsen. Quelle: Telebörse |
Ausgerutscht und angeschmiert
Donnerstag, 12. Juni 2008 - 11:18 Telebörse-Moderator Frank Meyer
Es ist zum Piepen, welch Argumente man findet, um den steigenden Ölpreis zu erklären. Als erstes hört man immer wieder, dass die Nachfrage höher sei als das Angebot. Das kann sein, muss aber nicht, denn ein paar Stunden lese ich das Gegenteil und es klingt ziemlich glaubwürdig. Es gäbe genügend Öl, meinen dann irgendwelche Experten, na ja, sie glauben es zumindest. Glaube an sich ist ja etwas Schönes, bis man beginnt ihn zu hinterfragen. Ich glaube, es gibt zu viele "Experten", wahrscheinlich mehr Experten als Öl. Aber wen stört das schon. Auf einmal ist die gestiegene Nachfrage aus den Schwellenländern mit ihren boomenden Wirtschaften schuld am Frust an der Tankstelle. Andere sehen sich in ihrer "Peak Oil" Theorie bestätigt. Demnach liegt das Maximum der Ölförderung schon hinter oder kurz vor uns. Doch wer kann das schon so genau sagen? Wenn alle Argumente auch im Zusammenhang nicht taugen, dann liegt es an Wirbelstürmen, der "Driving Season" in der Millionen Amerikanern mit ihren Spritschleudern durch die Gegend gurken, dem wegen der Klimaerwärmung bald einbrechenden Winter und der schlechten Laune der Schwiegermütter. Jedes Argument für sich scheint zu kurz zu greifen. An allem ist jedoch auch ein Funke Wahrheit dran, mal mehr, mal weniger. Der Hauptgrund für den Ölpreisanstieg ist aber eher in der umhervagabundierenden, neuen, frisch aus der Geldpresse gespeisten Geldmenge zu suchen, die sich auf die Sachwerte stürzt, als gäbe es kein Morgen. Da weiß man, was man hat. Geld muss immer knapp sein, das steht schon in den Lehrbüchern. Vor allem muss hinter dem Geld auch ein Wert stehen, und sei es das Bruttosozialprodukt eines Landes. Aber erzählen Sie das mal einem Notenbanker, auf dessen Türschwelle ein Dutzend wimmernde Bankchefs schluchzen, die ein zu großes Rad drehen wollten. Und auf einmal erbarmt man sich ihrer und es entsteht neues Geld, oder das, was wir dafür halten. Es entstehen Zahlungsversprechen, deren Erfüllung in der Zukunft liegen, dann, wenn die Schlendriane sich längst aus dem Staub gemacht haben oder feixend ihre Abfindungen zählen. Beruhigende Geldspritzen Monetäre Finanzspritzen funktionieren in etwa so: Man rührt schimmelig gewordenen Quark mit frischem auf, in der Hoffnung, niemand rümpft nicht die Nase. Das verschafft für einige Zeit Luft, doch löst es nicht das eigentliche Problem. Jede mit Geld geschaffene und geplatzte Blase schreit sofort nach einer neuen und größeren Blase. Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Risse hat er schon. Meine Oma hat recht. Wundert es, dass sich das neue Geld aufmacht, um Renditen zu jagen? Die Sachwerte scheinen eine wahre Fundgrube für Renditen geworden zu sein. Notenbanken können Blasen entstehen lassen. Fragen Sie Alan Greenspan, der kennt sich damit aus. Doch die Blasen entstehen dort, wo sie wollen. Nun ist der Rohstoffmarkt an der Reihe und nimmt mit steigenden Preisen dem Bürger die Kaufkraft, der Wirtschaft die Gewinne und den Kindern die Zukunft. Explodierende Geldmengen sind Inflation, und diese ist nicht mehr zu verheimlichen. Weder statistische Tricks noch die Prügelstrafe für den Goldpreis täuschen darüber hinweg, dass das Leben bei noch stagnierenden Löhnen teurer wird. Doch wie früher werden auch die Löhne Beine bekommen und beginnen zu laufen. Und dann haben wir die Spirale, vor der die EZB andauernd so eindringlich und herzzerreißend warnt. Es wäre nicht die erste Lohn-Preis-Spirale. Das Problem gab es schon im alten Rom. Der Ölpreis ist nur ein "Phänomen" der letzten paar Jahre. Der Rest zieht munter mit, seien es Nahrungsmittel, Metalle oder die anderen Energieträger. Selbst die Flasche Wasser oder der Liter Milch kostet inzwischen das Doppelte seit der Einführung des Euro, auch wenn man mir immer das Gegenteil erzählt. Und lassen Sie den DAX auf 20.000 Punkte steigen. Was hilft es, wenn der Kaffee 20 Euro kostet und der Mindestlohn um die 5 Euro in der Stunde beträgt? Inflation ist ein monetäres Problem, und man sollte nicht so tun, als wären die Spekulanten die alleinigen Übeltäter. Jetzt hat man sogar nach Beweisen gesucht, dass es an den Terminmärkten die Spekulanten waren, die das Öl nach oben schubsten. Natürlich ist man beim Öl fündig geworden. Hauptsache man hat einen Schuldigen, den man an den Pranger stellen kann. Wieso man den Gold- oder Silbermarkt nicht unter die Lupe nehmen will, erklärt sich hierbei von selbst. Und gerade hier halten wenige Hände die größten Shortpositionen. Warum wohl? Solange frisches Geld in die Märkte strömt, glaube ich nicht daran, dass der Aktienmarkt wirklich deutlich fällt. Außer, die Notenbanken drehen den Geldhahn zu. Glauben Sie das etwa? Kontrolliertes Abstürzen? Ich glaube, die Notenbanken werden den nötigen Nachschub bereitstellen. Doch wie schon gesagt: Glaube ist ein schönes Ding, solange man ihn nicht hinterfragt. Quelle: Telebörse |
Alpträume mit Anleihen
Dienstag, 10. Juni 2008 - 03:00 Telebörse-Moderator Frank Meyer
Während alle wieder auf die Aktienmärkte schauen, steigen die weltweiten Renditen am Anleihemarkt seit ein paar Wochen kräftig an. Im Gegenzug fallen die Kurse und schreiben Verluste. Es könnte der Beginn einer viel größeren Bewegung sein, mit unangenehmen Folgen für die Investoren. Die deutsche Umlaufrendite schnellte binnen weniger Wochen von 3,6 auf 4,5 Prozent hoch. Wer vor ein paar Wochen beispielsweise deutsche Staatsanleihen kaufte, hat heute schon einen Verlust. Gleiches Bild gilt für Amerika. Ich frage mich aber seit geraumer Zeit, wer dem Staat sein Geld zu solch aberwitzig niedrigen Zinsen borgt, während die Inflation doch wesentlich höher liegt. Mir scheint es ein schlechtes und zugleich dummes Geschäft zu sein, denen, die schon unendlich viele Schulden haben, und mit Geld nun wirklich nicht haushalten können, noch mehr Geld zu leihen. Herr Zwegert von RTL würde mir bestimmt zustimmen. Doch wer sind diese Investoren? Zunächst sind es diejenigen, die glauben, dass ihr Geld in diesem Markt gut angelegt ist. Dazu gesellen sich Länder wie China und Singapur, die mit ihren ihre gewaltigen Überschüssen nicht nur Politik machen können, sondern ihre Dollars auch irgendwo unterbringen müssen. Auch die großen Pensions- und Rentenfonds als Sammelstelle für Kleinsparerkapital sind hier unterwegs. Viele Kleinsparer wissen gar nicht, wo ihre monatlichen Sparraten landen. Der weltweite Anleihemarkt ist inzwischen auf ca. 75 Billionen US-Dollar (75.000.000.000.000) angewachsen. Bewegen sich die Kurse der Anleihen nur um ein einziges Prozent hoch oder runter, geht es schon um 750 Mrd. USD Gewinn und Verlust. Kein Wunder, dass man diesem Markt größte Aufmerksamkeit widmet und nicht nur verbal pflegt. Auch das in die deutschen Altersvorsorgeprodukte geflossene Geld parkt niedrig verzinst zum großen Teil im Anleihemarkt. Niedrige Zinsen und hohe Inflation könnten aber zwangsläufig dazu führen, am Ende als der Depp dazustehen. Vielleicht reicht das ausgezahlte und versteuerte Sümmchen gerade noch für ein paar Reistüten. Die Herausforderung für die kommenden Jahre ist und bleibt, besser abzuschneiden als die Inflationsrate. Und da liegen Rohstoffe, Edelmetalle und Aktien vor ein paar Nasen weit vorn. Über hohe Inflationsraten freuen sich aber weltweit die Finanzminister. Deutschland hat 1,5 Billionen Euro Schulden. Bei einer Inflationsrate von sagen wir mal nur fünf Prozent, würde sich der Staat so auf die kalte Art jährlich um ca. 75 Mrd. Euro "entschulden". Wie hoch die wirkliche Inflation in Euroland liegt, darüber streiten die Experten, und selbst in den Zeitungen werden die offiziellen Daten als zu niedrig bezeichnet. Auch der Bürger spürt ganz andere Zahlen. Statistische Berechnungsmethoden machen`s möglich. Zwar wachsen bei hohen Inflationsraten die Gesamtschulden auf dem Papier weiter an, doch rechnet man die schwindende Kaufkraft des Geldes dagegen, sind auch die Schulden jährlich wesentlich weniger "wert". Da die Schulden immer wieder mit neuen Schulden "refinanziert" werden, sind vor allem niedrige Zinsen und eine höhere Teuerung die Voraussetzung für eine Fortsetzung dieser Praxis. Auf diese Art und Weise würde sogar eine "Entschuldung" gelingen, wenn die Inflationsraten hoch und die Zinsen niedrig sind. (und natürlich der Staat nicht sofort alles wieder zum Fenster hinauswirft) Im Gegenzug verlieren Guthaben z.B. auf dem Sparbuch im gleichen Maße an Wert, wie die Schuldenlast des Staates sinkt. Man braucht natürlich auch genügend Käufer dieser Anlagen. Durch Rentenfonds, Pensionskassen und andere Einrichtungen wie Riester, Rürup & Co. ist zur Zeit noch dafür gesorgt, auch genügend Käufer zu finden. Irgendjemand wird die Zeche bezahlen müssen, am besten alle. Dass die USA unter ihrer Schuldenlast noch nicht kollabiert sind, liegt eben an diesem System. Selbst bei jetzt 4,1 Prozent sind Renditen für die 10-jährlichen Anleihen am Anleihemarkt sind weiterhin extrem mickrig. Man glaubt den offiziellen Inflationsraten, auch wenn die nach ihrer Veröffentlichung jedes Mal den Anschein erwecken, kurz davor marktgerecht verprügelt worden zu sein. Doch Profi-Anleger werfen Ihren Blick nicht nur auf die offiziellen Daten, sondern auch auf die Zahlen des Shadow Government Statistics. Dahinter steht der US-Ökonom John Williams. Er berechnet die Teuerung nach den alten Methoden, wie sie vor 1980 noch angewendet wurden. Und nach seiner Berechnung liegt die Teuerung in den USA bei 12 Prozent. Das hieße, dass Anleihen mit einer jährlichen Rendite von jetzt vier Prozent einen realen Verlust von acht Prozent einfahren. Na klasse! Und wer als Europäer noch 37 Prozent Dollarverluste binnen fünf Jahren verkraften konnte, darf sich wohl Held nennen. Solange man aber genügend Abnehmer für weitere neue Anleihen findet, dreht sich Karussell weiter. Man braucht eben immer einen Dummen, der das finanziert. Ruhig schlafen mit Anleihen? Nur solange, bis der Wecker klingelt. Quelle: Telebörse
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Autsch! Wahrheit tut weh
Samstag, 5. April 2008 - 10:47 - Telebörse-Moderator Frank Meyer Wahrheiten brauchen manchmal etwas länger, bis man sie akzeptiert. Das kennen viele, die früh in den Spiegel schauen, oft zu tief ins Glas oder auf den Kontoauszug des letzten Monats. Es ist wirklich nicht leicht, den Dingen ins Auge zu sehen, die andere längst bemerkt haben. Wer will schon wissen, dass man Pickel hat oder ein zu dickes Hinterteil, vielleicht auch zuwenig Geld oder zuviel Dummheit. Auch die Wahrheit mit dem Alter... Sie kennen das vielleicht.
Das Offensichtliche zugeben zu können, ist nicht nur eine Stärke, sondern verlangt auch einen Prozess. Manchmal dauert beides etwas länger. Gratulation an dieser Stelle an Ben Bernanke. Als oberster US-Währungshüter hütet er zwar weniger seine Währung, sondern sich mehr davor, das Wort "Rezession" über die Lippen zu lassen. Er sprach in dieser Woche auch eher von einem "Rezessiönchen", also die Sicherheit, dass das Licht am Ende des Tunnels nicht der entgegenkommende Schnellzug ist. So etwas gibt es ja in Amerika eigentlich nicht gibt, weil es das nicht geben darf. Aber jetzt hat die Börse einen Hauch mehr an Klarheit, und ebenso die 303 Millionen der US-Bürger. Vielen von ihnen wurde gerade ihre Kreditkarte gesperrt, der Job gekündigt und das überteuerte Häuschen zwangsversteigert. Auch die Zahl der Privatinsolvenzen stieg im ersten Quartal um 27 Prozent. 228.335 US-Bürgern ging damit in den ersten drei Monaten des Jahres die Luft zum Shoppen aus. Die Zahl der Autoverkäufe wetteifert gerade mit der Zahl der Neubauverkäufe um den Sieg im schnelleren Abstieg. Auch der Wert des US-Dollars hält bei diesem Wettlauf wacker mit. Und die restlichen Wirtschaftsdaten zeigen an, was Ben Bernanke jetzt noch vorsichtig "Rezession" nennt. Klarheit hat aber auch immer etwas Klärendes. Erst wenn das Kind im Brunnen ertrunken ist, hat man wenigstens eine eindeutige Diagnose. Der Weg zur Erkenntnis ist meist ein steiniger. Ich weiß nicht, in welcher Welt so mancher Finanzakademiker lebt. In den oberen Etagen mag der Blick nach unten recht verschwommen sein. Abgedunkelte Autoscheiben bewahren etliche "Entscheider" vor garstigen Blicken. Alles, was man braucht ist eine gute Presseabteilung und Unmengen von Daten. Wer die ganze Zeit über diesen Zahlen hockt oder auch hocken lässt, musste bislang zur Erkenntnis kommen, dass im Land der unbegrenzten Bilanzierungsmöglichkeiten die Welt in bester Ordnung ist. Selbst der US-Finanzminister glaubte Ende Januar nicht an eine Rezession und sprach noch Mitte März von einer guten Verfassung des US-Finanzsektors. Glauben heißt eben nicht wissen. Zur Not biegt man eben die eine oder andere Zahl etwas zurecht. Hier ein paar preiswertere Computer und etwas billiges Spielzeug aus China hinzugerechnet, da etwas Benzin und ein paar Nahrungsmittel weggelassen, fertig ist die wunschgemäße Teuerung. Apropos Nahrungsmittel: 2005 gab es 10,8 Mio. Hungernde in den USA. Seit 2006 sind es offiziell Menschen mit "sehr geringer Nahrungssicherheit". Aus Abriss wird Rückbau, aus Stagnation Nullwachstum und aus Schulden ein Belastungsplus. Ha ha ha! Die Realität hat inzwischen die Märkte eingeholt. Die Banken sind heute schon vorsichtiger. Die Kreditvergabe wird stocken und damit ihre Einnahmen. Die Finanzkrise bahnt sich ihren Weg in die Realwirtschaft. Es fällt schwer zu glauben, dass die Finanzwelt in Ordnung sei, wenn sie am Tropf der Notenbanken hängen und die monetären Pumpen Überstunden schieben. Ein Normalzustand ist das nicht. Vielleicht wird es aber in wenigen Wochen schon normal sein, das Wort Rezession im Munde zu führen. Auch daran wird man sich wohl gewöhnen, wie an so viele Dinge, die einfach nur hässlich sind. Bis vor wenigen Tagen habe ich mich auch nicht getraut, das Wort R e z e s s i o n in die Tastatur zu hauen, aus Sorge, der Computer fliegt mir spontan auseinander. Ich dachte immer an "robustes Negativwachstum", an eine "leicht eingetrübte Wachstumsdelle" oder an "Dingsda". Man kann ja heutzutage nicht mehr sicher sein, wer den PC schon alles angezapft hat, heimlich natürlich und alles zu meiner eigenen Sicherheit. Jetzt, da wir alle ahnen befürchten und wissen, dass die US-Wirtschaft vor einem Abgrund steht, und schon bald einen Schritt weiter sein könnte, gibt es die ersten, die das D-Wort aussprechen - Depression. D e p r e s s i o n ? Jetzt muss ich mich aber beeilen! Mein PC zerstört sich in wenigen Sekunden. Quelle: Telebörse
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Jetzt erwischt es Spanien
Donnerstag, 27. März 2008 - 14:02 - Telebörse-Moderator Frank Meyer Spaniens Immobilienmarkt eingebrochen Wir haben es jetzt schwarz auf weiß. Spanien funkt das erste S.O.S., Europa wird um eine finanzielle Attraktion reicher. Eine Immobilienkrise breitet sich in Spanien aus. Die Toreros auf dem Häusermarkt werden jetzt reihenweise von ihren eigenen Bullen umgerannt, bevor ihnen das passiert, was man inzwischen schon anschaulich in den ersten US-Zeltstädten beobachten kann. Wenn man sich den spanischen Häusermarkt und die Verschuldung der dortigen Bürger genauer anschaut, bleibt einem nur ein "Au Backe!" im Halse stecken. Vor der Wahl Anfang März durfte das offenbar noch niemand wissen. Heute sind wir ein Stückchen schlauer. Die Hausverkäufe brachen im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent ein, meldet das Statistikamt. 26 Prozent weniger Hypothekenkredite wurden vergeben. Es ist wie in den USA. Vielleicht sogar schlimmer. Im vergangenen Jahr wurden 14 Prozent weniger Wohnungen verkauft. Und ich höre noch das Pochen der Werbetrommel für diese tollen spanischen Pfandbriefe, die Anfang des Jahres schon mal "suspekt" geworden sind. Alles toll! Alles gut besichert! Na womit wohl? Na mit Immobilien, oder das, was man da so kennt. "Se Vende" Ich erinnere mich noch an die weiß angemalten Hohlblocksteine, die es auf Mallorca im letzten Jahr schon für 200.000 Euro zu kaufen gab. Es wurde noch wild gebaut, da schossen schon die Schilder mit der Aufschrift "Se vende" (zu verkaufen) wie Pilze aus dem Boden. Auch auf fast jedem vierten Luxusboot im Hafen von Cala d'Or war "Se vende" zu lesen. Jetzt wächst der Schilderwald auf dem Festland ins Kraut. Mit dem Immobilienmarkt wankt der wichtigste Konjunkturpfeiler in Spanien. Und jetzt? Angesichts der nunmehr massiven Schwäche rechnen Volkswirte für dieses Jahr mit einem drastischen Einbruch des Wirtschaftswachstums. Doch wo bitteschön waren diese Experten und haben Feuer!!! gerufen, als die kreditfinanzierten Sandburgen im Preis zu rutschen begannen? Auf dem Sonnenauge blind? Vor wenigen Monaten noch wurde dem Anleger ein immerwährenden Häuserboom versprochen und spanische Jumboanleihen beworben, als wäre das sicherer als die Rente. Selbst Praktikanten in der dritten Ausbildungswoche sahen in ihrem Sommerurlaub, dass das so nicht gutgehen würde. Und es ging nicht gut. Diese vielen "Se vende" - Schilder mussten einem schon im letzten Sommer "spanisch" vorkommen. Zinsfrüchte abgeerntet Spanien hat wie Italien, Portugal und Griechenland unglaublich und lange Zeit von den niedrigen Zinsen in der Eurozone profitiert. Letztlich konnten diese Länder plötzlich die Früchte der Stabilitätspolitik der Deutschen Bundesbank ernten, ohne jemals etwas dafür getan zu haben. Die unverhoffte Politik des billigen Geldes ließ den Verschuldungsmotor in diesen Ländern immer schneller laufen. Und dies war dann der Treibsatz für den Konsum und die Betonburgen, die nun überall oft unverkäuflich herumstehen. Doch diese Häuser sind nicht das einzige Problem am Mittelmeer. Das Land, das seine frühere Peseta bei jedem Problem abwerten konnte, besitzt nun den starken Euro, der jeden Export abwürgt. Abwerten ist unmöglich, und mit jedem Tick im Euro aufwärts wächst der Druck. Schuldenfalle schnappt zu Zudem sind die Spanier bis zur Halskrause verschuldet. Über drei Viertel aller Spanier (76 Prozent) geben mehr als 40 Prozent ihrer Einkünfte zur Begleichung von Hypothekenschulden und Konsumentenkrediten aus. Das sind 13 Prozent mehr als noch vor fünf Monaten. Die Zahlen wurden am Wochenende von der Agencia Negociadora de Productos Bancarios veröffentlicht. Ich habe es nicht geprüft, aber das klingt nach S.O.S. und dem Ruf nach der Feuerwehr und einem ganz dicken Löschschlauch. Die EZB sollte schon jetzt mal die Geldbeutel zurechtlegen. Da gibt es bestimmt genügend Probleme zu lösen, und sei es mit frisch gedrucktem Geld. Oder die Zinsen senken? Oder beides? Ich wüsste nicht, was ich täte für ein Land, in dem die Inflation schon siedet. Und auch Herr Steinbrück sollte seine Geldbörse dicht am Mann halten, wenn europäische Hilferufe an sein Ohr dringen. Schließlich hat Deutschland im letzten Jahr einen Leistungsbilanzüberschuss von 200 Milliarden Euro eingefahren. Die Buchmacher nehmen inzwischen gerne Wetten auf die nächsten umfallenden Kandidaten an. Großbritannien? Irland? Frankreich? Griechenland? Der ganze Ostblock? Ich befürchte, sie werden alle der Reihe nach umkippen. Übrigens, drei von elf Spaniens Immobilienkönigen sind wieder aus der Forbes-Liste verschwunden. Die Götter kümmern sich gerade um die restlichen acht. Nichts währt ewig. Quelle: Telebörse
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Finanzkrise nicht beendet - Weitere Banken instabil?
Sonntag, 23. März 2008 - 14:14 Nichts wie weg: Bear Stearns könnte nicht die einzige schlingernde US-Bank sein.
Finanzexperten erwarten eine weitere drastische Verschärfung der internationalen Kreditkrise. Zudem mehren sich die Stimmen, die negative Folgen auch für die deutsche Konjunktur befürchten. Derweil beraten die wichtigen Notenbanken einem Bericht der "Financial Times" zufolge weiter über umfassende Hilfsaktionen. So werde der massenhafte Ankauf der hypothekengesicherten Wertpapiere diskutiert, die derzeit massiv an Wert verlieren, berichtete die Zeitung. Die Bank of England unterstütze diese Idee, die US-Notenbank Fed könnte sich prinzipiell solch ein Vorgehen vorstellen. Die Europäische Zentralbank (EZB) sei allerdings skeptisch. Demnach könnten Papiere mit zweifelhafter Bonität aufgekauft und in einer sogenannten "Bad Bank" gebündelt werden. Damit könnte das Misstrauen am Markt verringert und die Kreditvergabe wieder in Schwung gebracht werden. Ein Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" dazu: "Das ist wohl noch sehr vage, auf uns ist bis jetzt noch keiner zugekommen." Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger betonte in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag", das internationale Finanzsystem befinde sich in der schlimmsten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Nötig sei eine Änderung der Kreditvergabe und stärkeres Eingreifen des Staates. "Kredite müssen in Zukunft wieder stärker über traditionelle Banken laufen und nicht über exotische Zwischenhändler. Und der Staat muss mehr als bisher dafür sorgen, dass sich alle Beteiligten an die Regeln halten", sagte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Wie Patienten auf der Intensivstation Den Banken warf Bofinger vor, für hohe Renditen große Risiken eingegangen zu sein und fragwürdige Geschäftsmodelle gewählt zu haben. "Das geht eine Zeitlang gut, aber früher oder später kommt der Crash." Angst um Ersparnisse seien aber unbegründet. "Die kranken Banken werden rund um die Uhr von den staatlichen Notenbanken betreut, ähnlich wie die Patienten auf der Intensivstation. Die Eingriffe erfolgen so professionell, dass Groß- und Kleinanleger keine Angst um ihre Ersparnisse haben müssen." In den schlimmsten Fällen helfe der Staat zudem mit Steuergeldern aus. "Wir sehen erst die Spitze des Eisbergs", sagte die amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Carmen Reinhart von der Universität Maryland der "Welt am Sonntag". Sie gehe davon aus, dass weitere Banken ins Trudeln geraten werden. "Es gibt in jedem Fall noch viele angeschlagene Bilanzen", sagte Reinhart, die früher selbst bei der US-Investmentbank Bear Stearns tätig war. "Die faulen Kredite müssen erst aus den Bilanzen raus, und das passiert nicht über Nacht". Bis dahin verliehen die Banken nur äußerst vorsichtig Geld, dies habe Folgen für die Wirtschaft. "Es wird daher nicht im nächsten Monat alles wieder im Reinen sein", betonte Reinhart. Lazard: "Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen" Auch Gerd Häusler vom Investmenthaus Lazard befürchtet, dass viele Banken in den kommenden Wochen neue Verluste verkünden müssen. "Für eine Reihe von Banken sieht das begonnene Jahr in puncto Wertberichtigungen schlechter aus als 2007", sagte Häusler der Zeitung. Investmentbanken haben in der Vergangenheit oft Kredite eingesetzt, um Wertpapiergeschäfte zu finanzieren. "Jetzt wird sich die Spreu vom Weizen trennen", sagte Häusler. Geschäftsmodelle, die allein von hohen Schulden abhängig seien, hätten keine Zukunft. Bofinger sieht durch die internationale Finanzkrise klare Abwärtsrisiken für die deutsche Konjunktur. "Die Bundesregierung darf darüber nicht einfach hinweggehen", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Allerdings unterscheide sich die Lage grundlegend von der in den USA. "Der Aufschwung in Deutschland ist kein Aufschwung auf Pump gewesen. Wo es keine Kreditblase gibt, kann auch keine platzen." Britische Finanzaufsicht baut aus Die britische Finanzaufsicht FSA wird nach einem Zeitungsbericht als Konsequenz aus der Krise an den Finanzmärkten personell aufgestockt. Die Einstellung von 100 zusätzlichen Mitarbeitern werde die FSA in dieser Woche bei der Vorlage eines Untersuchungsberichts über die in Schieflage geratene Bank Northern Rock bekanntgeben, meldete der "Daily Telegraph". Der Bericht der Finanzaufseher werde auch Empfehlungen für eine bessere Kontrolle der Kreditinstitute enthalten. Großbritanniens fünftgrößte Hypothekenbank war das größte Opfer der Finanzkrise im Königreich geworden. Northern Rock wurde inzwischen verstaatlicht, um einen Zusammenbruch zu vermeiden. Quelle: Telebörse
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Finanzkrise - Geld-Guru sagt Dollar-Sturz und Pleiten voraus
15. März 2008, 13:34 Uhr
Jim Rogers ist eine Legende unter Investmentbankern. Als einer der wenigen redet er Tacheles über die Finanzkrise. Im Interview mit WELT ONLINE attackiert Rogers US-Notenbank-Chef Bernanke für dessen Zinspolitik. Und der Experte erläutert, womit Anleger heute überhaupt noch Geld verdienen können. Der Anlage-Guru: Jim Rogers gilt als Legende unter Investmentbankern. Er beurteilt die gegenwärtige Finanzkrise als noch lange nicht ausgestanden Finanzexperten, die Tacheles reden, sind dieser Tage rar gesät. Schließlich herrscht Panik an den Märkten, da wollen die Profis die angeschlagene Stimmung nicht mit unbedachten Aussagen zusätzlich verschlechtern. Das gilt für Bankexperten wie Hedgefonds-Manager gleichermaßen. Investmentstar Jim Rogers setzt sich über alle Konventionen hinweg. Der von New York nach Singapur ausgewanderte 67-Jährige kann sich deutliche Worte leisten, setzt er doch seit Jahren auf die richtigen Anlagetrends. Für Furore sorgte der kantige Investor, als er zusammen mit George Soros zwischen 1970 und 1980 den Quantum-Hedgefonds managte und dabei vierstellige Renditen erzielte. WELT ONLINE: Die Börsen sind außer Rand und Band. Wie schätzen Sie die Situation ein? Jim Rogers: Die Lage ist sehr ernst. Nach den Exzessen der vergangenen Jahre wird uns jetzt die Rechnung präsentiert. Wir stehen vor milliardenschweren Schieflagen im Finanzsektor, einem Crash am US-Immobilienmarkt und müssen einen Kollaps der Weltleitwährung Dollar mit ansehen. Zu allem Überfluss verschärfen die Notenbanken mit ihren Hilfsaktionen die Lage. WELT ONLINE: Moment mal. Die Währungshüter sind doch die Einzigen, die jetzt noch helfen können. Mit ihren Milliarden springen sie dem maroden Bankensystem und damit auch den Märkten doch regelmäßig zur Seite. Rogers: Der wilde Aktionismus der US-Notenbanken macht alles nur noch schlimmer. Jetzt geht Fed-Chef Ben Bernanke herum und kauft den Banken ihre prekären Immobilienanleihen ab. Was will der Mann als Nächstes tun? Mit dem Hubschrauber durch die Welt fliegen und sämtliche Risikopapiere von Not leidenden Autokrediten bis zu gefährdeten Konsumentendarlehen einsammeln? WELT ONLINE: Was würden Sie als Notenbankchef tun? Rogers: Ich würde umgehend zurücktreten und die Institution auflösen. Sollen doch die Märkte frei darüber entscheiden, wie es weitergeht. WELT ONLINE: Das hieße Bankenpleiten und Megarezession. Rogers: Rezessionen hat es in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder gegeben. Sie sind wichtig, um den Markt von den vorherigen Exzessen zu bereinigen. So hat die Natur etwa regelmäßige Waldbrände eingerichtet, um das Unterholz für neues Wachstum zu lichten. Es kommt uns teurer, einen Abschwung mit Macht verhindern zu wollen, anstatt eine Rezession geschehen zu lassen. Niemand kann wollen, dass der Lauf der Dinge mit Liquiditätsspritzen aufgehalten wird. WELT ONLINE: Aber es muss doch im Interesse der Sparer sein, Bankenpleiten zu verhindern? Rogers: Was ist so schlimm daran, wenn eine Investmentbank dichtmachen muss – und auch wenn sie das Kaliber einer Bear Stearns hat. Es kann nicht sein, dass wir jetzt die Privilegien junger Investmentbanker sichern, damit sie weiter in ihren Maserati durch die Straßen New Yorks cruisen können. Dafür darben dann 300 Millionen Amerikaner und in der Folge die ganze Welt. WELT ONLINE: Das müssen Sie uns erklären. Rogers: Wenn jetzt die Geldpresse angeworfen wird, um die Milliardenhilfen zu finanzieren, dann heizt dies die Inflation an. Schon jetzt galoppieren die Kosten für die Lebenshaltung davon. Statt die Zinsen immer weiter zu senken und Milliarden in den Markt zu schießen, sollten die Währungshüter besser die Zügel anziehen und den Selbstreinigungsprozess der Märkte nicht behindern. Stattdessen müssen Millionen von Menschen über eine stärkere Teuerung für die Interessen einiger Investmentbanker blechen. Was die Fed hier veranstaltet, ist eine Art Sozialismus für Reiche. WELT ONLINE: Sie sehen die Notenbanker als Wegbereiter in eine neue Gesellschaftsform? Rogers: Zumindest die amerikanischen. Bernanke ist für mich unfähig. Die europäischen Geldhüter machen für mich einen besseren Job. Sie sprechen offen die Inflationsproblematik an und bleiben glaubwürdig, indem sie etwas dagegen tun. WELT ONLINE: Erklärt dies den starken Euro? Rogers: Die Amerikaner unterminieren mit ihrem Vorgehen den Dollar. Wenn das so weitergeht, hat die bisherige Weltleitwährung noch einen weiten Weg vor sich. WELT ONLINE: Wie tief fällt der Dollar noch? Rogers: Ich bin kein Prophet. Als im vorigen Jahrhundert das Pfund Sterling ruiniert wurde, verlor es 80 Prozent. Gemessen daran könnte ein Euro irgendwann vier Dollar kosten. WELT ONLINE: Das klingt unglaublich. Wie können Anleger auch in einem solchen Horrorszenario Geld verdienen? Rogers: Die Währung der Zukunft heißt Renminbi. Neben der chinesischen Valuta lege ich mein Geld in Schweizer Franken oder japanischen Yen an. WELT ONLINE: Währungen sind für Anleger ein heißes Eisen. Was geht noch? Rogers: Ich setze voll auf Rohstoffe. Allein das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sorgt für immer weiter zulegende Knappheitspreise. Die durch die Notenbanken geschaffene Inflation bringt bei der Rendite noch das Sahnehäubchen. WELT ONLINE: Gilt das für alle Rohstoffe? Rogers: Ich persönlich bevorzuge Agrarrohstoffe. Am besten investieren Anleger nicht in Baumwolle oder Sojabohnen, sondern setzen gleich auf einen ganzen Korb. Von den Metallen spiele ich nur die Edelmetalle, also etwa Gold. Auf alle Fälle sollten Anleger direkt in die Rohstoffe und nicht in Minen- oder Agrarkonzerne investieren. Eine solche Strategie ist deutlich erfolgversprechender. WELT ONLINE: Das Portfolio zu 100 Prozent in Rohstoffen? Das widerspricht doch jeglicher Risikostreuung. Rogers: Niemand hat je mit Diversifikation Geld verdient. Zu Beginn der Neunzigerjahre musste man Aktien haben, heute sind Rohstoffe das Gebot der Stunde. WELT ONLINE:Und was ist mit Zinspapieren? Rogers: Wenn die Inflation steigt, sind Anleihen nun wirklich das Letzte, was ich im Portfolio haben will. Das Gespräch führten Michael Höfling und Holger Zschäpitz Quelle: WELT ONLINE |
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Konjunkturbarometer im Februar etwas verbessert
HANDELSBLATT, Dienstag, 12. Februar 2008, 11:18 Uhr ZEW: Es gibt keine Abwärtsspirale
Damit hatten die meisten Ökonomen nicht gerechnet: Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen ist im Februar überraschend gestiegen. Finanzanalysten rechnen damit, dass in einem halben Jahr das Schlimmste überstanden ist. „Die aktuelle Krise wird keine Abwärtsspirale auslösen“, heißt es. Nicht mehr ganz so düster sehen die Finanzmarktprofis den Konjunkturhimmel. Bild vergrößernNicht mehr ganz so düster sehen die Finanzmarktprofis den Konjunkturhimmel. HB MANNHEIM. Professionelle Anleger und Analysten bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im Februar wieder etwas besser. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen stieg überraschend auf minus 39,5 Punkte nach minus 41,6 Punkten zu Jahresbeginn, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer weiteren Eintrübung auf minus 45,0 Zähler gerechnet. „Die Aufwärtsbewegung der Konjunkturerwartungen signalisiert, dass die aktuelle Krise keine Abwärtsspirale für die Entwicklung der deutschen Konjunktur auslösen dürfte“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter gut 300 Experten. „Die Banken gehen zurzeit durch das Tal der Tränen, aber die Finanzanalysten rechnen damit, dass in einem halben Jahr wohl das Schlimmste überstanden sein wird. Dies dürfte die Sorgen um die Entwicklung der deutschen Konjunktur mindern.“ Wegen der verschärften Situation auf den Finanzmärkten hat sich die Bewertung der aktuellen Lage indes deutlich eingetrübt. Der Index sank um 22,9 Punkte auf 33,7 Zähler. Der deutsche Aktienindex Dax hat seit Ende Januar deutlich nachgegeben. Am 21. Januar erlitt er den größten Tagesverlust seit den Anschlägen auf das World Trade Center 2001. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone stabilisierten sich im Februar. Der Euro-Indikator stieg marginal um 0,3 Punkte gegenüber dem Vormonat und lag nun bei minus 41,4 Punkten. Volkswirte sagten in ersten Reaktionen zu den Daten: „Die Daten waren eine große Überraschung“, sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank. „Die Finanzmarktprofis gehen offenbar davon aus, dass die Konjunkturdelle zeitlich beschränkt bleibt. Der rekordverdächtige Rückgang bei der Lagebeurteilung deutet auf ein schwieriges erstes Halbjahr hin.“ Ulrike Kastens von Sal. Oppenheimt meinte: „Generell kann man schon sagen, dass sich beim ZEW eine Bodenbildung abzeichnet. Die ganze Diskussion um eine Rezession in den USA und eine Abschwächung in Europa hat sicher in den vergangenen Wochen zu einer Anpassung in den Prognosen geführt. Den Lage-Index würde ich nicht überbewerten.“ Für den deutschen Aktienmarkt gingen zunächst wenig Impulse vom ZEW-Konjunkturindex aus. Quelle: Handelsblatt |
Zuviel Risiko - Landesbanken in Not
Samstag, 26. Januar 2008 - 17:04 Ausgebrüllt?
Die Landesbanken LBBW, BayernLB, WestLB und HSH Nordbank haben einem Magazinbericht zufolge fast 80 Mrd. Euro in riskante Wertpapiere investiert. Wegen der US-Kreditkrise seien damit allein bei den Bayern Abschreibungen von mehr als zwei Mrd. Euro zu erwarten, meldete das Nachrichtenmagazin "Focus" am Samstag ohne Angabe von Quellen. Angeblich prüfen die öffentlichen Banken die Ausgliederung ihrer riskanten Wertpapiere in eine separate Gesellschaft. Ein Sprecher der Bayerischen Landesbank lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab. Es gebe noch keine Zahlen, sagte er lediglich. Diese würden erst mit der Jahresbilanz im April veröffentlicht. Bayerns Finanzminister Erwin Huber hatte den Abschreibungsbedarf in der vergangenen Woche mit bisher 100 Mio. Euro beziffert und weitere Wertberichtigungen darüber hinaus angekündigt. Allein 20 Mrd. bei der WestLB Für die angebliche Gesamtinvestitionssumme der vier Landesbanken war keine Bestätigung zu erhalten. Allein das einschlägige Engagement der WestLB wird in Eignerkreisen jedoch mit 20 Mrd. Euro angegeben. Die WestLB hatte am Montag erklärt, sie erwarte einen Jahresverlust von einer Milliarde Euro. Zudem entstünden in der Bilanz Wertminderungen in einer Höhe von einer weiteren Milliarde Euro. Die Eigner der Bank - Land, Sparkassen und Landschaftsverbände - hatten sich bereiterklärt, zwei Mrd. Euro zuzuschießen. Einen Bericht des "Spiegel", wonach Rating-Agenturen bis zu vier Mrd. Euro frisches Kapital für die WestLB fordern, wies eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums am Samstag zurück: "Die Forderung der Rating-Agenturen gibt es nicht." Im Umfeld der Bank hieß es ebenfalls, diese Zahl sei nicht genannt worden. Keine Bündelung der Risiken Zurückgewiesen wurden auch "Focus"-Angaben über Sondierungen für eine gemeinsame Zweckgesellschaft der Landesbanken, in denen die von der US-Immobilienkrise belasteten Papiere gebündelt werden sollen. In Finanzkreisen hieß es am Samstag zwar, es gebe Überlegungen zu einer bundesweiten Risikogesellschaft für die Landesbanken. Auch das Bundesfinanzministerium sei mit diesen Gedankenspielen befasst worden. Dort sagte ein Sprecher jedoch: "Das ist kein Thema des Bundes, das ist ein Thema der Länder." Man habe sich damit auch nicht befasst. "Derartige Pläne gibt es nicht", sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die HSH Nordbank erklärten, ihnen seien solche Überlegungen nicht bekannt. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen hatte am Donnerstag vor dem Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags gesagt, es werde darüber nachgedacht, "ob man alles, was mit Subprime zu tun hat, ausgliedern kann". Offen sei aber, wie die Garantien für die Risiken gestellt werden könnten. Deshalb könne es keine schnelle Einigung geben: Eine Lösung "wie Kai aus der Kiste" sei nicht zu erwarten. Quelle: Telebörse
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Zu wahr um schön zu sein - Gold so teuer wie nie - Ölpreis auf 100 Dollar
Mittwoch, 2. Januar 2008 - 21:09 - Telebörse-Moderator Frank Meyer Im letzten Jahr sind die Aktienkurse wieder gestiegen. Die Investierten jubeln. 2007 war trotz der "Subprime"-Krise und der durchgeschüttelten Banken ein gutes Börsenjahr. Wer dabei war, kann sich auf die Schulter klopfen. Manch Nicht-Investierte fragen sich vielleicht, wo die Anderen das Geld hernehmen. Ich glaube, dass Börsenkurse größtenteils nur noch unter den Big-Playern ausgehandelt werden. An eine Dienstmädchen-Hausse glaube ich eh nicht. Vielleicht müsste man diesen Begriff aus Kostolany's Zeiten Billiglohn-Hausse oder Reinigungskraft-Aufschwung nennen. Den meisten fehlt einfach das Geld für Aktien. Wenn der DAX dann fünfstellig notiert, sind es höchstwahrscheinlich die Investoren, die Notenbanken aus ihrem Kreditschlamassel gerettet haben, die sich wild auf gute deutsche Standardwerte stürzen, oder die Staatsfonds, die ihre Berge an aufgestauten Dollar schnell wieder loswerden wollen bzw. müssen. Die Rentenmärkte schnupften vor sich hin. Das große Geld war hier nicht zu holen. Seit Jahren schon nicht. Wer erzählt mir eigentlich immer, dass Anleihen ein sicherer Hafen sind? Die paar Prozente frisst die Inflation schneller auf als ich mein Frühstück. Apropos Frühstück: Zähle ich zusammen, wie viel meines Einkommens ich inzwischen täglich verputze, müsste meine Waage wegen Überbelastung streiken. Ich gebe für alltägliche Dinge inzwischen weit mehr aus als für Digitalkameras und riesige Bildschirme oder Computer. Den 20 Millionen Rentnern geht es nicht anders. Und auch denen, die durchs Raster der Arbeitslosenstatistik gefallen sind. Die Nachrichtenticker wollen mir weismachen, dass es die Chinesen sind, die für die Preisanstiege verantwortlich sind. Sie kaufen die Butterberge auf, trinken die Milchseen leer, raffen Öl, Gas, Kupfer, unsere Ingenieure und neulich sogar die Weihnachtsbäume an sich. Und ich möge das auch bitte so glauben. Manchmal ist es das Ozonloch, manchmal ein Tropensturm, der für Preisanstiege verantwortlich sein soll. Oder die Gewerkschaften. Oder der liebe Gott. Oder alle gleichzeitig in konzertierter Aktion. Etliche zweifeln an sich, wenn sie die offiziellen Teuerungsraten mit ihren gefühlten Daten vergleichen. Oder sie zweifeln an den Daten. Schuldige sind meist schnell gefunden - und alle sind sie weit weg. Jetzt soll schon wieder Bier teurer werden. Na, wenn das gut geht! Klar, wenn man aus Gerste Bioalkohol machen muss! Entlang der Autobahnen sieht man nur noch Weizen, Mais und Raps wachsen. Landschaften verändern sich rasant. Wenn es doch ein paar Schneestürme geben würde. Dann müsste man sich diesen Unfug wenigstens für ein paar Wochen, nicht auch noch ansehen. Meine Jahresstatistik zeigt noch mehr: Gold zeigte Muskeln und turnt auf seinem nominalen Allzeithoch aus dem Jahr 1980 herum. Ein gutes Drittel stieg Gold im letzten Jahr. Es hatte schon immer eine gute Nase, wenn die Druckerpressen dieser Welt zu schnell rotieren, und sich zuviel buntes Papier der Aktienkurse bemächtigt und neuerdings auch die Preisschilder der Güter und Dienstleistungen. Wo soll man sein Geld in diesem Jahr anlegen, sofern vorhanden? Woher soll ich das wissen? Ahnen kann ich es aber. Quelle: Telebörse
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US-Hypothekenkrise - Vernichtung von Billionen Dollar
Donnerstag, 25. Oktober 2007 - 12:23 Das Immobilienvermögen in den USA wird nach Expertenschätzungen durch die aktuelle Finanzkrise um mehrere Billionen Dollar an Wert verlieren. Wirtschaftswissenschaftler rechnen derzeit mit Verlusten zwischen zwei und vier Billionen Dollar, wie die "New York Times" berichtet. Da es sich um vorläufige Schätzungen handle, könnte das Minus deutlich höher ausfallen. Vor der Krise habe sich das Vermögen auf 21 Billionen Dollar belaufen. Verluste in Folge der Krise am US-Markt für zweitklassige Hypothekenkredite ("subprime mortgages") könnten sich allein für Finanzkonzerne auf 400 Milliarden Dollar summieren, so das Blatt weiter. Damit wären die Verluste für die Institute deutlich höher als durch die Spar- und Kreditkrise Anfang der 1990er Jahre. Die Wertvernichtung am Immobilienmarkt fiel den Experten zufolge deutlich geringer aus als im Zuge des letzten Börsencrashs zu Beginn des Jahrzehnts mit Wertverlusten von sieben Billionen Dollar. Quelle: Telebörse
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Finanzkrise - Bernanke orakelt
Donnerstag, 20. September 2007 - 16:42 Von Frank Braun
Bernanke verwirrt Anleger - US-Börsen etwas leichter - Kreditkrise und Wirtschaft - Hoffen, bangen, zittern, beten Die aktuelle Phase der US-Kreditkrise bezeichnete der Fed-Chef als eine Kombination aus veränderter Risikoneigung, größeren Kreditrisiken und der Unsicherheit darüber, wie diese Risiken zu bewerten sind. Das, so Bernanke laut Manuskript für die Rede vor dem US-Repräsentantenhaus weiter, setze die Märkte starkem Stress aus. Diesen "starken Stress" dürfte nicht nur der eine oder andere Hausbesitzer in den USA, der seine Raten nicht mehr zahlen kann, aber auch der eine oder andere Anleger weltweit, der dank der US-Finanzkrise seine Kurse dahin schmelzen sieht, sehr gut nachempfinden können. Aber Bernanke wusste noch mehr zu berichten. Vor allem konnte er die laufende Diskussion um mögliche Auswirkungen der Finanzkrise auf die reale Wirtschaft mit der Einschätzung bereichern, dass der Konjunkturausblick immer unsicherer wird. Nach der drastischen Leitzinssenkung der Fed am 18. September um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent war das allerdings keine große Überraschung. Denn hätte die amerikanische Notenbank keine Angst vor einer Verlangsamung der Wirtschaftsdynamik, dann hätte sie die Zinsen nicht verändert, schon gar nicht in diesem deutlichen Umfang. Nicht ganz neu war auch die Ankündigung Bernankes, dass die Fed die Situation genau beobachten und, falls nötig, handeln werde, um Preisstabilität und Wachstum zu fördern. Das ist schließlich die ureigenste Aufgabe einer Notenbank. Und so haben die Mitglieder des amerikanischen Repräsentantenhauses und auch die Finanzwelt nicht wirklich was Neues erfahren, außer vielleicht, dass Fed-Chef Bernanke auch nur ein Mensch ist, der hofft und arbeitet. Ob er auch betet, dazu hat er sich nicht geäußert. Quelle: Telebörse
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„Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.“ Rothschild, 1863
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